Plateauschuhe für den glamourösen Auftritt – www.abendschuhe.de

Plateau Schuhe
Plateau Schuhe

Geliebt und belächelt – so präsentierten sich die Plateauschuhe in den 1970er Jahren, als Musik-Gruppen wie ABBA oder KISS auf unfassbar hohen Plateau-Stiefeln über die Bühne stelzten und es ihnen alle Fans nachmachen wollten. Das Wort ist eine Ableitung aus dem Französischen: Plateau = Hochfläche (z. B. in der Geoografie), hier ist damit ein Schuh oder ein Stiefel gemeint, der eine auffallend dicke Sohle unter dem Vorderschuh besitzt. Meist beträgt die Stärke der Plateausohle drei bis zehn Zentimeter, entsprechend fällt auch die häufig recht beträchtliche Absatzhöhe aus. 

DEAL des Tages






Plateau-Schuhe – Comeback für die Stelzen

Besonders extreme Höhen des Plateaus und des Absatzes weisen Balletheels oder sogenannte Skycrapers (Englisch für Wolkenkratzer) auf, bei denen die Sohle bis zu 20 Zentimeter und der Absatz bis zu 40 Zentimeter Höhe gehen kann. Solche Schuhe gehören entweder in das Sortiment der Fetisch-Schuhe oder aber sind Menschen vorbehalten, die diese auf der Bühne z. B. in Nachtclubs tragen. Auch Frauen, die als Table-Dancer tätig sind, tragen oft Plateau-Schuhe oder durchbrochene und geschnürte Plateau-Stiefel und können sich auf zehn Zentimeter hohen Sohlen und 20 Zentimeter hohen Absätzen noch anmutig bewegen, denn dank der dicken Sohle haben die mega hohen Ansätze „nur“ gefühlte zehn Zentimeter Höhe.




Verarbeitung und Trends

Plateauschuhe
Plateauschuhe – Comeback für die Stelzen?

Plateau-Schuhe werden heute ganz unterschiedlich verarbeitet – manche haben eine durchgehende Sohle, anderen einen Keilabsatz oder einen separat angebrachten Block- oder Stiletto-Absatz. Je dicker die Sohle, desto schwerer fällt der Schuh aus, und leider führt dies häufig auch zu einem eher plumpen Gang. Ein bis zwei Zentimeter dicke Plateau-Sohlen hingegen wirken auch an feinen Abendschuhen extravagant, und sie verleihen der Trägerin eine optische Verlängerung der Beine und ein Plus an Körpergröße. Sandaletten mit Plateausohlen und sehr hohen Blockabsätzen sind außerdem häufig bequemer als solche mit Pfennigabsätzen, die Frau geht und steht sicherer. Aber wie bei vielen Trends verhält es sich auch bei Plateau-Schuhen: Sie wirken anfangs etwas ungewohnt oder werden von ganz jungen Frauen getragen, sodass sich andere nicht trauen, etwas so Modisches zu tragen. Erst nach und nach setzen sich manche Trends durch, und die Teenager von einst, als die Plateauschuhe schon einmal total angesagt waren, erinnern sich entweder tolerant oder ablehnend an ihre eigenen „Jugendsünden“.

Aktuell sind Plateau-Schuhe aus schwarzem Lackleder mit runder Kappe und nach innen gebogenem Absatz sehr modern, das ist ein leicht schräg wirkender Look, an den sich viele erst gewöhnen müssen, sieht aber z. B. zu einem engen Satinkleid in Schwarz oder Grau wirklich toll aus. Sandaletten in zarten Pastelltönen und Softeis-Farben wie Grün, Apricot oder Nougat wirken mit Plateau ausgesprochen attraktiv und sommerlich obendrein. Sie passen zu flatternden Partykleidern oder einem seidenen Abendkleid, das an der Seite geschlitzt ist. Silber– und Gold-Plateau-Sandaletten können fast schon als Klassiker bezeichnet werden und lassen sich mit vielen verschiedenen Outfits kombinieren, z. B. mit festlichen Overalls oder Hosenanzügen mit ganz schmalen Hosen. Grundsätzlich sehen Plateau-Modelle besser zu engen Kleidungsstücken aus, schwere Plateaus unter weiten Röcken wirken häufig etwas unvorteilhaft.

Das Gehen in jeder Art von Plateau-Schuhen sollte zunächst gut geübt werden, um den geplanten großen Auftritt nicht zu gefährden. Dazu gehört unbedingt, die Schuhe sowohl im Haus als auch im Freien, z. B. auf Kies oder Asphalt, auszuprobieren. Wichtig ist außerdem, das Treppensteigen zu üben, möglichst in dem Kleid, das für den festlichen Anlass vorgesehen ist, damit die Frau weiß, wann sie den Rock raffen muss.

Geschichte der Plateau-Schuhe

In anderen Kulturen, z. B in Asien und Afrika, sind Schuhe mit Plateau seit Jahrhunderten bekannt. In Europa sind es die Zoccoli, wie sie im Venedig des 15. Jh. getragen wurden. Ein Zoccolo ist ein historischer Damen-Stelzenschuh, der aus einem Spitzensockel und einem Fernsensockel besteht – im Gegensatz zu den sogenannten Chopinen, die aus einem einzigen Sockel bestehen. Beide Modellarten verlangten den Damen in den mediterranen Ländern einiges an Gleichgewichtssinn ab. Chopinen trugen die Frauen in Italien und Spanien im 15. bis 17. Jh., auf der Iberischen Halbinsel wurden sie „los chapines“ genannt, der Wortursprung geht auf das Arabische zurück (chippin = Korkeiche). Damals bestanden die Plateaus aus mit weichem Ziegenleder überzogenem Kork und waren etwa zehn Zentimeter hoch. Ende des 15. Jh. wurde diese Mode in Venedig auf die Spitze getrieben – mit verbreiterten und aberwitzigen Sohlen bis zu 74 Zentimeter Höhe. Auf diesen Stelzen konnte sich keine Dame selbstständig fortbewegen, sie musste von der Dienerschaft gestützt werden. Diese extreme Mode der meist aus Brokat bestehenden und hinten offenen Chopinen, deren Sohlen ebenfalls mit Brokatstoff bezogen wurden, fand auch in Frankreich und England Nachahmer. Ähnlich beschwerlich wie in den Chopinen war das Gehen in den italienischen Zoccoli. Das ist die Mehrzahl von Zoccolo=Holzsandale und drückt aus, dass die Plateaus der in Venedig getragenen Schuhe aus Holz hergestellt wurden. Der Begriff Zoccoli für Holzsandalen hat sich in der Schweiz bis heute erhalten. In den 1970er Jahren kamen die Plateau-Schuhe in neuer Form im Rahmen des Glamour Rocks und der Unisex-Klamotten auf den Markt. Männer und Frauen trugen die gleichen Frisuren, enge Hosen mit Schlag und unterschieden sich von dem populären nachlässigen Look der Hippies, indem sie sich in Satin und Samt hüllten, Rüschenhemden und und Stirnbänder trugen. Die Plateau-Schuhe der damaligen Zeit waren oft klobig und schwer. Während die Alltagsschuhe meist in Braun oder Schwarz gekauft wurden, waren ausgefallene Modelle aus Python, Metallic-Leder oder in Knallfarben wie Rot oder Royalblau eher den Show-Größen jener Jahre vorbehalten. Heute im Zeichen der unterschiedlichen Retro-Looks werden die alten klotzigen Schuhe und hautengen Stiefel der Omi von Jugendlichen wieder hervorgekramt, weil sie cool aussehen wollen und auf eine 70er-Jahre-Fete oder zum Schlager-Move gehen.